Gute Nerven allerseits?

In der achten Runde der 2. Rheinland-Pfalz-Liga Süd empfing uns die erste Mannschaft des SC Bellheim, die den Klassenerhalt noch nicht sicher hatte. Daher hatte man eigens für uns zwei in der Schweiz beheimatete Spieler für die ersten beiden Bretter „eingeflogen“. 

Als erstes endete die Partie von Peter Faiß am siebten Brett. Er stand die ganze Partie über etwas besser und erreichte ein angenehmes Endspiel. Aufgrund der Positionen an den anderen Brettern empfahl ich auf Sieg zu spielen, was leider schief lief, da ein Mattmotiv im Endspiel übersehen wurde. Nach ziemlich schief gegangener Eröffnung stand Manuel Gauer am dritten Brett lange schlechter. Zunächst verteidigte er sich noch zäh, stellte dann aber Material ein – 0:2.

Den mit Abstand stärksten Gegner hatte Reinhold Weiß am Spitzenbrett. Gegen den IM konnte er leider wenig ausrichten und musste im Endspiel die Waffen strecken. Eine sehr interessante Partie spielte Oliver Koeller (Brett 4). Nach einem Qualitätsopfer wurde sein zentraler Freibauer stark und der gegnerische König wackelte. Leider nicht genug und die Partie endete remis – 0,5:3,5.

Am sechsten Brett akzeptierte Wolfgang Hartmann in der Eröffnung das gegnerische Bauernopfer und musste dem anschließenden Druckspiel stand halten. Im weiteren Spielverlauf wurde noch mehr geopfert, doch schließlich konnte der Landskroner die Übersicht behalten und beim Gegner fiel die Zeit. Paul Ast (Brett 8) traf im Mittelspiel eine stragegische Fehlentscheidung und stand eher suboptimal. Doch dann konnte er sich zurück kämpfen und einen Bauern einsacken. Das Läuferendspiel verwertete er dann souverän – 2,5:3,5.

Nach dieser Aufholjagd spielten noch Riyanna und Colin, dem ich schon vor Stunden von Remisideen abraten musste. Am zweiten Brett setzte Riyanna Müller ihren Gegner mit einem Bauernopfer schon früh unter Druck und hatte gefühlt eine Stunde mehr Restbedenkzeit. Sie erreichte ein Turmendspiel mit 3 gegen 3 Bauern und überspielte ihren Gegner. Zum Abschluss wurde noch die Brücke zum Sieg gebaut. Stark! – 3,5:3,5.

Die längste Partie hatte Colin Bloch am fünften Brett. In einer interessanten Partie konnte er im Mittelspiel kleine positionelle Vorteile anhäufen. Doch nach über fünf Stunden Spielzeit spitzte sich die Lage dramatisch zu. Ein gegnerisches Remisangebot in unklarer Stellung lehnte Colin ab und wurde dafür bei beiderseits schwindender Restbedenkzeit belohnt. Sein Gegner übersah einen Doppelangriff (Angriff auf die Dame und eine Mattdrohung) und musste mangels Verteidigungsmöglichkeit aufgeben – 4,5(!)-3,5.

Nach diesem hart umkämpften Mannschaftskampf liegt der SC Landskrone immer noch auf dem dritten Tabellenplatz, während Bellheim beim letzten Spieltag nochmal Gas geben muss. Wir selbst spielen gegen die akut abstiegsbedrohte erste Mannschaft von Pirmasens.