Zum Auftakt der neuen Saison stand für unsere erste Mannschaft direkt eine anspruchsvolle Aufgabe auf dem Programm. Ohne drei unserer Stammspieler (Oliver Koeller, Adrian Lösch und Peter Faiß) mussten wir leicht geschwächt gegen Bellheim antreten, die ihrerseits nahezu in Bestbesetzung spielen konnten. Obwohl wir auf dem Papier als klare Außenseiter in den Mannschaftskampf gingen, entwickelte sich eine äußerst knappe Begegnung.
Die erste Partie des Tages endete an Brett 3. Nach der Eröffnung übersah Manuel Gauer in der Vorausberechnung ein kleines Detail und schätzte seine Stellung somit als schlechter ein, als sie es tatsächlich war. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, machte er ein Remisangebot, welches sein Gegner akzeptierte.
Auch am 6. Brett endete Wolfgang Hartmanns Partie friedlich: Mit einem geschickten Bauerndurchbruch glich er mit den schwarzen Steinen aus und es wurde sich auf Remis geeinigt.
Dann nahm der Mannschaftskampf plötzlich eine Wendung zu unseren Gunsten. Reinhold Weiß konnte am 2. Brett gegen den nominell stärksten Gegner plötzlich aus einer leicht schlechteren Stellung heraus einen taktischen Schlag landen, von dem sich der Bellheimer nicht mehr erholen würde; mit einer Figur weniger musste sich dieser kurze Zeit später geschlagen geben.
Und auch am 4. Brett hatte sich das Blatt in der Zwischenzeit gewendet. Nach einem missevaluierten Bauerngewinn fand sich Paul Ast zunächst am falschen Ende eines mächtigen Königsangriffs wieder, schaffte es aber in der Zeitnot seines Gegners, die Damen zu tauschen und das resultierende Endspiel zu verwerten.
Leider folgte auch recht schnell ein ebenso großer Erfolg der Bellheimer: Am 7. Brett wurde Danylo Zdoryk Opfer einer taktischen Feinheit und musste sich von seiner Dame trennen, bevor er die Partie nicht viel später aufgab, und auch am 8. Brett, an dem sich Philipp Graetz aus einer leicht misslungenen Eröffnung zurückgekämpft hatte, wurde eine Taktik übersehen, nach der sein Gegner leichtes Spiel hatte.
Damit hatte Bellheim zwar wieder zum Ausgleich gefunden, doch angesichts der noch laufenden Partien waren unsere Hoffnungen weiterhin groß. Am 1. Brett befand sich Riyanna Müller in einem ausgeglichenen Turmendspiel, während Colin Bloch im Mittelspiel eine Qualität hatte gewinnen können und damit gute Aussichten auf den vollen Punkt besaß. Leider ließ sich Riyanna dann von ihrem nominell deutlich stärkeren Gegner austricksen, und somit mussten wir uns, nachdem Colin die zähe Verteidigung seines Gegners durchbrochen und die Partie gewonnen hatte, mit einem Unentschieden zufriedengeben.
Angesichts der Ausgangslage ist das Unentschieden ein gutes Ergebnis, auch wenn wir über weite Strecken die Oberhand hatten. Am nächsten Spieltag empfangen wir im ersten Heimspiel den Tabellenzweiten der vorigen Saison. Es wird sich also zeigen, ob wir auch gegen den nächsten starken Gegner an unsere gute Leistung anknüpfen können.
